Abfindungsberatung
Abfindungsberatung: Mehr netto von Deiner Abfindung
Eine Abfindung ist oft die größte Einmalzahlung im Berufsleben – nach Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Vergleich vor dem Arbeitsgericht. Ohne Planung geht ein großer Teil davon an das Finanzamt. Mit der richtigen Gestaltung von Zeitpunkt, Auszahlung und Vorsorge bleiben Dir oft mehrere Tausend Euro mehr.
VKJP prüft Deine Abfindung, rechnet die Varianten durch und holt die Steuerermäßigung über Deine Steuererklärung zurück. Die Beratung läuft vollständig digital und bundesweit.
Wichtig seit 2025: Die Ermäßigung gibt es nur noch über die Steuererklärung
Bis Ende 2024 konnte der Arbeitgeber die Steuerermäßigung für Abfindungen, die sogenannte Fünftelregelung, schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Seit 2025 ist das nicht mehr möglich.
Das bedeutet: Von Deiner Abfindung wird zunächst die volle Lohnsteuer einbehalten. Die zu viel gezahlte Steuer bekommst Du erst zurück, wenn Du eine Einkommensteuererklärung abgibst und die Ermäßigung beantragst – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.
Wir prüfen das für Dich, erstellen die Einkommensteuererklärung und sorgen dafür, dass Du Dein Geld so schnell wie möglich zurückbekommst.
Rechenbeispiel: Was der Zeitpunkt ausmacht
Wie stark die Steuer auf eine Abfindung schwankt, zeigt dieses Beispiel:
| Abfindung 60.000 €, ledig | Einkommensteuer auf die Abfindung | Davon bleibt |
|---|---|---|
| Auszahlung im laufenden Jahr, ohne Fünftelregelung (übrige Einkünfte 50.000 €) | 24.516 € | 35.484 € |
| Auszahlung im laufenden Jahr, mit Fünftelregelung | 22.315 € | 37.685 € |
| Auszahlung im Folgejahr mit geringeren Einkünften (20.000 €), mit Fünftelregelung | 16.085 € | 43.915 € |
Berechnung nach dem Einkommensteuertarif 2026 auf Basis des zu versteuernden Einkommens, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer und ohne Arbeitslosengeld. Allein durch den Auszahlungszeitpunkt bleiben in diesem Beispiel rund 8.400 € mehr.
So funktioniert die Fünftelregelung
Die Fünftelregelung mildert die Steuerprogression: Rechnerisch wird nur ein Fünftel der Abfindung zu Deinem übrigen Einkommen addiert, die Mehrsteuer darauf wird verfünffacht. Je niedriger Dein übriges Einkommen im Auszahlungsjahr, desto größer ist der Vorteil.
Voraussetzung ist eine Zusammenballung: Die Abfindung muss grundsätzlich in einem Kalenderjahr zufließen und zusammen mit Deinen übrigen Einkünften höher sein als das, was Du bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses in diesem Jahr verdient hättest. Eine Aufteilung auf mehrere Jahre kann die Ermäßigung deshalb kosten.
Abfindung und Arbeitslosengeld
- Die Abfindung selbst wird nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet.
- Wird die Kündigungsfrist nicht eingehalten, kann das Arbeitslosengeld ruhen; bei einem Aufhebungsvertrag droht eine Sperrzeit.
- Arbeitslosengeld ist zwar steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf Deine übrigen Einkünfte – auch auf die Abfindung. Das gehört in die Planung des Auszahlungsjahres.
- Eine echte Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist beitragsfrei in der Sozialversicherung.
Gestaltungsmöglichkeiten
Je nach Situation kommen diese Wege in Betracht – am besten, bevor der Aufhebungsvertrag unterschrieben ist:
Auszahlung ins Folgejahr verschieben
Endet Dein Arbeitsverhältnis zum Jahresende oder beginnt im Folgejahr eine Phase mit geringerem Einkommen, etwa Ruhestand, Elternzeit oder Weiterbildung, kann sich die Auszahlung im neuen Jahr deutlich lohnen.
Rentenabschläge ausgleichen
Ab 50 Jahren kannst Du einen Teil der Abfindung als Sonderzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und so Abschläge bei einer vorzeitigen Rente ausgleichen. Die Zahlung ist bis zum jährlichen Höchstbetrag als Altersvorsorgeaufwand abziehbar und senkt die Steuer im Abfindungsjahr.
Weitere Einkünfte steuern
Veräußerungsgewinne, Mieteinnahmen oder Bonuszahlungen im selben Jahr erhöhen die Steuer auf die Abfindung. Wir stimmen den Zeitpunkt aller Zahlungen aufeinander ab.
Aufhebungsvertrag prüfen
Formulierung, Beendigungszeitpunkt und Auszahlungsmodalitäten im Vertrag entscheiden über die Steuer. Wir prüfen den Entwurf aus steuerlicher Sicht, bevor Du unterschreibst.
Unsere Leistungen für Dich
- Steuerliche Analyse Deiner Abfindung mit Vergleichsrechnung
- Prüfung der Voraussetzungen der Fünftelregelung
- Gestaltung von Auszahlungszeitpunkt und -modalitäten
- Steuerliche Prüfung von Aufhebungsverträgen
- Abstimmung mit Altersvorsorge und weiteren Einkünften
- Einkommensteuererklärung mit Antrag auf die Steuerermäßigung
Steuer und Arbeitsrecht aus einer Hand
Wir kümmern uns um die steuerliche Seite. Für die arbeitsrechtliche Seite, etwa die Verhandlung der Abfindungshöhe oder die Prüfung des Aufhebungsvertrags auf arbeitsrechtliche Risiken, arbeiten wir mit einem erfahrenen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zusammen. So bekommst Du beides abgestimmt.
Und danach?
Wohin mit der Abfindung? Wenn Du das Geld langfristig anlegen möchtest, hilft unsere private Vermögensplanung.
Häufige Fragen zur Abfindung
Wie viel Steuer zahle ich auf meine Abfindung?
Eine Abfindung ist voll einkommensteuerpflichtig. Wie viel Steuer anfällt, hängt von der Höhe der Abfindung, Deinen übrigen Einkünften im Auszahlungsjahr und der Anwendung der Fünftelregelung ab. Bei einer Abfindung von 60.000 € können je nach Gestaltung leicht mehrere Tausend Euro Unterschied entstehen.
Was ist die Fünftelregelung?
Eine Steuerermäßigung für außerordentliche Einkünfte wie Abfindungen. Rechnerisch wird nur ein Fünftel der Abfindung zum übrigen Einkommen addiert und die darauf entfallende Mehrsteuer mit fünf multipliziert. Das mildert die Progression, vor allem bei niedrigem übrigem Einkommen.
Warum wird von meiner Abfindung so viel Lohnsteuer abgezogen?
Seit 2025 darf der Arbeitgeber die Fünftelregelung beim Lohnsteuerabzug nicht mehr berücksichtigen. Es wird deshalb zunächst die volle Lohnsteuer einbehalten. Die Ermäßigung erhältst Du erst über Deine Einkommensteuererklärung zurück.
Sollte ich die Abfindung auf zwei Jahre verteilen?
Meist nicht. Die Fünftelregelung setzt grundsätzlich voraus, dass die Abfindung in einem Kalenderjahr zufließt. Eine Aufteilung kann die Ermäßigung kosten. Sinnvoller ist es oft, die gesamte Abfindung in ein Jahr mit niedrigerem Einkommen zu legen.
Muss ich auf eine Abfindung Sozialversicherungsbeiträge zahlen?
Nein, eine echte Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist beitragsfrei. Anders ist es bei Zahlungen, die eigentlich Arbeitslohn für die Zeit bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses sind, etwa nachgezahltes Gehalt oder Urlaubsabgeltung.
Wird die Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet?
Die Abfindung selbst nicht. Wurde die Kündigungsfrist aber verkürzt, kann das Arbeitslosengeld für eine Zeit ruhen. Bei einem Aufhebungsvertrag droht außerdem eine Sperrzeit. Diese Fragen klären wir gemeinsam mit unserem Partner für Arbeitsrecht.
Abfindung in Sicht?
Lass uns rechnen, bevor Du unterschreibst – digital und bundesweit.
